Gelesen: Das Café am Rande der Welt – John Strelecky

Als ich am Strand lag und das dünne Büchlein in die Hand nahm, war ich entspannt und bereit mich auf die philosophisch angehauchte Geschichte einzulassen, von der ich schon so viel Gutes gehört hatte.

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Bildquelle

Handlung
Der Protagonist John ist ein erfolgreicher Manager, der sich mit seinem Auto verfährt und schließlich in einem kleinen, abgelegenen Café landet. Dort fallen ihm drei Fragen auf der Speisekarte auf:

Warum bist du hier?
Hast du Angst vor dem Tod?
Führst du ein erfülltes Leben?

Diese Fragen verunsichern John und bringen ihn dazu, über verschiedene Dinge nachzudenken. Er lernt in dem Café drei Menschen kennen, die ihm mit simplen Geschichten dabei helfen, zu erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist. Ein Beispiel ist die Erzählung eines alten Fischers, der nicht versteht, warum er eine Tätigkeit ausüben soll, die ihm nicht gefällt um im Alter viel Geld zu haben, wenn er doch auch jetzt schon in einfachen Verhältnissen glücklich ist.

„Warum verbringen soviel Zeit damit, uns auf den Zeitpunkt vorzubereiten, an dem wir tun können, was wir möchten, anstatt es einfach sofort zu tun?“

Johns Einstellung zum Leben verändert sich und am Ende kann er die drei Fragen für sich beantworten.

Thematik
Ja, es geht um die Frage nach dem Sinn des Lebens, aber dieser sieht natürlich für jeden Menschen etwas anders aus. Grundsätzlich liegt der Sinn des Buches darin, den Menschen aufzuzeigen, dass allein materieller Besitz nicht glücklich macht. Viele von uns gehen einkaufen, wenn sie traurig sind und kaufen sich schöne Dinge um eine Lücke zu füllen. Wir arbeiten viel und geben das erarbeitete Geld mit vollen Händen aus um die mangelnde Freizeit zu rechtfertigen. Konsum statt Leben.aber durch diese Rastlosigkeit fühlen wir uns nie richtig glücklich. Zumindest geht es mir so.

Fazit
Dieses Buch führt nicht zu Erleuchtung oder dazu, dass man plötzlich ganz genau weiß, wohin man mit seinem Leben will. Aber dieses Buch kann einem dabei helfen, sich selbst die richtigen Fragen zu stellen. Es ist einfach geschrieben, wodurch alle Gedankengänge immer gut nachvollziehbar sind. Besonders schön fand ich die Geschichte der grünen Meeresschildkröte. Diese schwimmt nie gegen die Wellen an, sondern lässt sich einfach von ihnen treiben. Bei abfließenden Wellen bringt sie sich dann mit minimaler Kraftanstrengung weit voran, ohne zu erschöpfen.
Im Alltag und der Arbeitswelt tun wir häufig das Gegenteil. Wir strampeln gegen die Flut an und versuchen mit aller Kraft eine Lösung für festgefahrene Situationen zu finden. Irgendwann sind wir dann wie blockiert und müssen erschöpft kapitulieren. Sind wir aber entspannt und lassen uns einfach treiben, ohne krampfhaft das Problem anzugehen, kommt die Lösung meist von ganz allein.

Veränderungen muss jeder für sich selbst umsetzen, aber der Gedanke, dass man Erfolg hat, wenn man eine Sache liebt, den verfolge ich schon eine Weile und er wurde durch dieses Buch nur verstärkt.

Ich empfehle diese Erzählung also uneingeschränkt jedem, denn wenn man sich auf die Gedanken einlässt, regt die Geschichte dazu an, das eigene Leben neu zu hinterfragen.

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Informationen zum Buch: Taschenbuch: 128 Seiten || Verlag: dtv  (01. Februar 2007) || ISBN: 978-3-423-20969-4 || Preis: 08,95 €

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2 Kommentare zu „Gelesen: Das Café am Rande der Welt – John Strelecky

  1. Mir gefielen die Geschichten bzw. die Idee hinter dem Buch, ebenso wie er seine drei Fragen zu beantworten versucht. Doch seine Antworten fand ich zu einfach. Nichts Überraschendes, das ich nicht so woanders gehört hatte, obwohl ich mich nicht mit dieser Thematik beschäftige. Ich stellte mir vor, wir der gutverdienende Manager John, vermutlich ohne Familie, in einem Café sitzt, wo er in Ruhe nachdenken kann, während er sich beim Bestellen des Essens keine Gedanken wegen der Kosten machen muss. Für einige dürfte das vermutlich bereits Luxus und Glück sein.

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    1. Da stimme ich dir zu. Es ist ja auch fragwürdig ob jeder Mensch wirklich die Arbeit findet, die er nicht mehr als Arbeit empfindet, sondern etwas tut was ihm Spaß macht. Das ist ein Luxus, den sich auch nur wenige leisten können.
      Aber das Buch liefert gute Ansätze aus denen ich mir für mich persönlich etwas ziehen konnte.

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