Gelesen: Christine Zureich – Garten, Baby!

Mein Elternhaus liegt am Rand von Hamburg, genau an der Elbe. Ich bin zwischen Kuhweiden, Äckern und Teichen groß geworden und war auf einen Bus angewiesen, der nur einmal die Stunde fuhr.
Ich habe es geliebt, so nah an der Natur zu sein, aber spätestens als Teenager wurde die Sehnsucht nach der Stadt, nach einem reichhaltigen Angebot an Kultur- und Freizeitbeschäftigungen und kurzen Wegen groß. Also bin ich in zentrale Lage gezogen und erfreue mich nun an der großstädtischen Anonymität.
Trotzdem war mir ein Park in der Nähe wichtig und das Gefühl, nicht sofort mit Verlassen des Hauses, auf einer vielbefahrenen Straße zu stehen. Denn da ist immer noch das Verlangen nach Natur und Stille. Der Wunsch, an einem kühlen Morgen über nebelverhangene Felder zu spazieren und ganz still und ehrfürchtig stehen zu bleiben und das aufgetauchte Reh zu beobachten.
Urban Gardening ist ein Kompromiss zwischen den Vorzügen der Großstadt und naturnahen Randgebieten. Deshalb hat mich der Roman „Garten, Baby!“ mit seinem wunderschönen Cover auch gleich angesprochen, der mir vom Ullsteinfünf-Verlag zum Vorab Lesen zugeschickt wurde.

 

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Handlung
Das Mittdreißiger-Paar Doro und Rob lebt zwar in der Großstadt, ist der Natur aber sehr verbunden. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Fred haben Doro und Rob deshalb im Hinterhof ihres Mietshauses ein eigenes Gartenprojekt gestartet. Die ganze Wohngemeinschaft wird in das Projekt eingebunden und zwischen Zucchini Pflanzen und überzüchteten Katzen wird über das Leben philosophiert, Freundschaft geschlossen, geliebt und gestritten.

Thematik
Verschiedene Generationen und Charaktere von Menschen finden in diesem Buch zusammen und in kurzen Kapiteln wird aus ihrem Leben erzählt. Auch wenn die Geschichte aus Sicht von Doro erzählt wird, erfährt man doch viel über die anderen Hausbewohner, die ohne das gemeinsame Gartenprojekt wohl niemals miteinander in Kontakt gekommen wären.
Gerade in großen Mietshäusern ist Anonymität vorherrschend und die meisten Leute wissen nicht mal die Namen ihrer Nachbarn, außer diese nehmen regelmäßig ihre Zalando Pakete an…

Christine Zureich beschreibt, wie es auch anders sein kann. Da wird der alleinerziehenden Mutter geholfen, wenn sie kurzfristig eine Betreuung für ihr Kind braucht. Da bekommt man jeden Beziehungsstreit der Nachbarn mit und nimmt Rücksicht, wenn es mal wieder heftig gescheppert hat. Es wird über die Marotten der alten Frau Dittrich gelacht, die geradezu klischeehaft gelangweilte Rentnerin, für die es nicht spannenderes gibt, als das Leben ihrer Nachbarn.
Durch die kurzen Kapitel werden kleine Geschichten mitten aus dem Leben erzählt, die zwar aufeinander aufbauen, aber doch in sich geschlossene Kurzgeschichten sein könnten. Das macht den Lesefluss sehr angenehm.

Fazit
Ich brauchte einen Moment um in den Schreibstil der Autorin zu finden, der für mich neu und gewöhnungsbedürftig war. Ehrlicherweise war ich bei der Kürze des Romans davon ausgegangen, ihn flüchtig und locker weg lesen zu können. Der Schreibstil erforderte von mir aber doch ein gewisses Maß an Konzentration und Ruhe, um die Wörter ganz auf mich wirken lassen zu können. Dann war das Lesen aber ein Genuss.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass durch das Projekt des gemeinsamen Gartens ein Rahmen geschaffen wurde, indem die verschiedenen Protagonisten zusammenkamen. Dadurch wirkte es stimmig, dass diese unterschiedlichen Charaktere so viel miteinander teilen. Es war schön zu lesen, wie die einzelnen Figuren Entwicklungen durchliefen. Bei einigen Situationen musste ich auch schmunzeln, denn gerade die Figur der neugierigen und meckernden Frau Dittrich kommt wohl jedem irgendwie bekannt vor.

Insgesamt hat mich das Buch sehr gut unterhalten und den Traum eines eigenen Gartens wieder größer werden lassen.

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Informationen zum Buch: Gebundene Ausgabe: 176 Seiten || Verlag: Ullstein fünf Verlag  (23. Februar 2018) || ISBN-13: 978396101015 || Preis: 16,00 €

Vielen lieben Dank an den Ullstein fünf Verlag für das *Rezensionsexemplar.

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Buchneuerscheinungen – Februar 2018

Der erste Monat diesen Jahres ist schon rum und ich bin sehr wenig zum Lesen gekommen. Irgendwie hänge ich noch ein bisschen fest im letzten Jahr. Nichtsdestotrotz gibt es im Februar drei tolle Bücher, die ich mir näher anschauen will.

1. Ellen Marie Wiseman – Die bittere Gabe

„Noch nie im Leben durfte die zehnjährige Lilly ihre Kammer auf Blackwood Manor verlassen. Die Menschen würden bei ihrem Anblick zu Tode erschrecken, so ihre Mutter. Umso erstaunter ist das Mädchen, als sie eines Tages mit in den Zirkus darf. Doch statt eine Vorstellung zu bestaunen, wird Lilly an die Freakshow verkauft und fortan als »Eisprinzessin« ausgestellt. Ihr Schicksal bessert sich erst, als sie entdeckt, wie gut sie mit den Elefanten umgehen kann. Aber erst zwanzig Jahre später wird ihr hartes Los gesühnt …“ (Quelle)

Ich bin gespannt, welche „Gabe“ Lilly hat und was das alles mit Elefanten zu tun hat. Das Zirkusleben fand ich schon immer faszinierend und die Geschichte klingt sehr mysteriös und wird sicher auch teilweise hart sein.

Informationen zum Buch: Taschenbuch: 464 Seiten || Verlag: Piper  || Erscheinungsdatum: 01.02.2018 || ISBN: 978-3-492-31221-9|| Preis: 11,00 €

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2. Elena Ferrante – Die Geschichte des verlorenen Kindes

„Elena ist schließlich doch nach Neapel zurückgekehrt, aus Liebe. Die beste Entscheidung ihres ganzen Lebens, glaubt sie, doch als sich ihr nach und nach die ganze Wahrheit über den geliebten Mann offenbart, fällt sie ins Bodenlose. Lila, die ihren Schicksalsort nie verlassen hat, ist eine erfolgreiche Unternehmerin geworden, aber dieser Erfolg kommt sie teuer zu stehen. Denn sie gerät zusehends in die grausame, chauvinistische Welt des verbrecherischen Neapels, eine Welt, die sie Zeit ihres Lebens verabscheut und bekämpft hat.“ (Quelle)

#Ferrantefever. Mehr muss ich nicht sagen, denn ich fiebere diesem Buch wirklich entgegen.

Informationen zum Buch: Gebunden: 614 Seiten || Verlag: Suhrkamp || Erscheinungsdatum: 02.02.2018 || ISBN: 978-3-518-42576-3 || Preis: 25,00

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3. Joanna King – Vier Schwestern

„Vier Schwestern, die sich Jahre nicht gesehen haben, treffen sich zum gemeinsamen Sommerurlaub in einem Küstenort der Cinque Terre. Sie hoffen auf unbeschwerte Tage und Dolce Vita – bis eine der vier ohne Nachricht verschwindet. In den nervösen Stunden der Suche und des Wartens treten zwischen den anderen Spannungen zutage, die weit zurückreichen in die Zeit ihrer Kindheit und Jugend. Hätten die Schwestern den jahrelangen Streit ihrer Eltern beschwichtigen, vielleicht sogar deren Trennung verhindern können? Und sind ihre eigenen Ehen und Beziehungen wirklich so vorbildhaft, wie sie es sich gegenseitig glauben machen wollen?
Mit einem Mal scheint für alle alles auf dem Prüfstand zu stehen: Ehemänner und Geliebte, Wertvorstellungen und Lebensmodelle, Zukunftshoffnungen und die Vergangenheit der gesamten Familie.“ (Quelle)

Die Beziehungen innerhalb von Familien sind bisweilen sehr kompliziert und diese klingt nach viel Drama. Durch den Aspekt der verschwundenen Schwester kommt zusätzlich ein geheimnisvoller Faktor und ich bin gespannt, was die Geschichte bringt!

Informationen zum Buch: Gebunden: 256 Seiten || Verlag: mare  || Erscheinungsdatum: 13.02.2018 || ISBN: 978-3-86648-268-5 || Preis: 20,00 €

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Interessiert ihr euch auch für eines der vorgestellten Bücher oder habt ihr ganz andere auf eurer Liste stehen?

Gelesen: Dann schlaf auch du – Leïla Slimani

Der Roman „Dann schlaf auch du“ von Leïla Slimani wurde in Frankreich mit dem Literaturpreis Prix Goncourt ausgezeichnet und auch hier in Deutschland überschlagen sich förmlich die positiven Kritiken. Ich bin dementsprechend mit sehr hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen und habe es nach zwei Tagen beendet.

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Handlung
In dem Roman wird die Geschichte der jungen Familie Massé und ihrer Nanny Louise erzählt. Myriam und Paul sind jung Eltern geworden und leben mit ihren zwei Kindern Mila und Adam in Paris. Paul ist auf dem Weg ein erfolgreicher Musikproduzent zu werden und auch Myriam möchte endlich als Anwältin in das Berufsleben einsteigen.
Um all das unter einen Hut zu bekommen, entscheiden die beiden, ein Kindermädchen einzustellen: Louise.
Innerhalb kürzester Zeit macht sich Louise für das junge Paar unentbehrlich. Nicht nur, dass sie sich hervorragend um die Kinder kümmert, sie macht nebenbei den Haushalt, kocht für die Familie und sorgt dafür, dass sich alle wohl fühlen.
Sie ist ein Teil der Familie und wird von Myriam und Paul sogar mit in den Urlaub genommen. Alles scheint perfekt, aber nach und nach bemerkt das junge Paar immer mehr Eigenarten in Louises Verhalten und vor allem Myriam beginnt Louise unheimlich zu werden. Allerdings ahnt die junge Mutter nichts von den Abgründen, die sich in Louises Seele auftun und schließlich kommt es zur Tragödie…

Thematik
Dieses Buch verrät schon auf den ersten zwei Seiten die ganze Tragödie dieser Geschichte. Was auf den folgenden Seiten beschrieben wird ist eine erschreckende und zugleich sehr passende Beschreibung unserer Gesellschaft.
Die Autorin beschreibt die Abgrenzung zwischen zwei verschiedenen sozialen Klassen. Obwohl die Geschichte in Frankreich spielt, lässt sich dieses Bild genau so auf Deutschland übertragen
Die Nanny Louise ist ein Gast im Haus ihrer Arbeitgeber. Ein sehr willkommener zwar, den man auch übernachten lässt, aber doch ein Gast. Das Paar will ein guter Arbeitgeber sein und versucht, es der Nanny angenehm zu machen und ihr kein schlechtes Gefühl zu geben. Aber wenn Louise auf Freunde der Familie trifft, gibt es kein gemeinsames Gesprächsthema und die Kluft zwischen den beiden Seiten wird deutlich. Da ist eine unsichtbare Linie, die nicht überschritten wird.
Trotzdem ist die Nanny der Familie so nah, wie niemand sonst. Sie kennt ihre Sorgen und Nöte, bekommt Streitereien und intime Momente mit. Und ihr wurde der kostbarste Schatz dieser Familie anvertraut. Das Leben der eigenen Kinder.
Louise fühlt sich in ihrem eigenen Leben nicht wohl. Ihre Wohnung ist für sie nur ein Ort, an dem sie die Zeit überbrücken muss, bis sie wieder in ihr „wahres Zuhause“ fahren kann.

Die Autorin ist selbst Mutter und beschreibt auf den Punkt genau den Konflikt, der viele junge Paare und vor allem Frauen heutzutage beschäftigt.
Wie kann man sich sicher sein, alles unter einen Hut zu kriegen? Und ist das überhaupt zu schaffen? Insgeheim gibt es doch häufig die Gewissheit, dass es nicht möglich ist, gleichzeitig Karriere zu machen, das eigene Sozialleben zu pflegen und voller Liebe und Hingabe die Kinder großzuziehen. Und wo macht man Abstriche?

„Sie hatte die Vorstellung immer weit von sich gewiesen, dass die Kinder ihren persönlichen Erfolg und ihre Freiheit beeinträchtigen könnten. Wie ein Anker, der einen mit nach unten reißt, der das Gesicht des Ertrunkenen in den Schlamm zieht. Diese Erkenntnis hatte sie anfangs total deprimiert. Sie fand es ungerecht und entsetzlich frustrierend. Ihr war klar geworden, dass sie das Gefühl, unvollkommen zu sein, die Dinge nicht richtig zu machen, einen Bereich ihres Lebens zugunsten eines anderen zu opfern, nie wieder loswerden würde. Sie hatte ein Riesendrama daraus gemacht und partout nicht von ihrer Idealvorstellung der Mutterrolle abweichen wollen. Hatte darauf beharrt zu glauben, dass alles möglich sei, dass sie all ihre Ziele erreichen würde, dass sie weder verbittert noch erschöpft sein würde. Dass sie weder Märtyrerin noch die Mutter Courage geben würde.“

(Leïla Slimani, Dann schlaf auch du, S.40f)

Myriam und Paul bekommen mit, dass Louise hoch verschuldet ist und ohne die Familie vereinsamt. Sie empfinden einige ihrer Taten sogar als grenzüberschreitend und wollen den klammernden Griff lösen, mit dem Louise an ihnen festhält.
Aber sie schauen dann doch immer wieder weg, denn sie brauchen die Sicherheit, die diese ihnen bietet. Sie wissen nicht mehr, wie sie ohne sie auskommen sollen.

Fazit
Dieses Buch ist kein Thriller oder Kriminalroman, auch wenn ich das zunächst erwartet habe. Die Autorin schreibt in einem ruhigen Stil, der aber nach und nach eine Wucht entfaltet und einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt.

In einigen Kapiteln wird mit Rückblicken aus Louises Vergangenheit gearbeitet, wobei zum Teil aus der Sicht anderer Figuren geschildert wird.
Dadurch erfährt man viel über die Gefühlslage des Kindermädchens und das unter der perfekt gepflegten Oberfläche eine unsichere Persönlichkeit liegt.
Allerdings finde ich, dass hier noch mehr hätte erklärt werden können. Viele Fragen bezüglich Louises Verhalten bleiben offen und vor allem das Ende hat mich sehr unbefriedigt zurückgelassen.

Ich habe das Buch deshalb nicht nur mit einem tiefen Aufseufzer zugeklappt, sondern auch mit dem Gefühl, noch nicht ganz am Ende angekommen zu sein. Das war ein bisschen schade.
Trotzdem hat mich „Dann schlaf auch du“ sehr nachdenklich gestimmt und vor allem der ruhige Schreibstil Slimanis hat mir unheimlich gut gefallen! Den Namen der Autorin werde ich mir definitiv merken.

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Informationen zum Buch: Gebundene Ausgabe: 224 Seiten || Verlag: Luchterhand Literaturverlag (21. August 2017) || ISBN: 978-3-630-87554-5|| Preis: 20,00 €

Buchneuerscheinungen – Januar 2018

Der Januar ist bald schon wieder zur Hälfte rum, aber ich wollte diese Kategorie nicht einschlafen lassen. Denn auch für mich ist es immer schön, durch die Verlagsvorschauen zu blättern und mir die interessantesten Bücher raus zu picken und hier vorzustellen. Also verzeiht mir den verspäteten Beitrag, aber die ersten Januarwochen hat sich bei mir die Raum- und Zeitlosigkeit der Tage zwischen den Jahren noch nicht ganz verflüchtigt…

Allerdings gibt es hier jetzt nicht mehr fünf, sondern nur noch drei vorgestellte Bücher. Denn an dem Satz „Weniger ist mehr“ ist manchmal ja doch etwas wahres dran!

1. Nell Zink – Nikotin

„Penny Baker, soeben mit dem College fertig, jetzt arbeitslos und zudem durch den kürzlichen Tod ihres Vaters neben der Spur, beschließt, erst mal dessen verfallendes Elternhaus in Jersey City zu renovieren, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Doch Überraschung: Sie findet es besetzt von ein paar netten, noch rauchenden Anarchisten, die ihrer WG den Namen „Nicotine“ verpasst haben. Erster Eindruck: „Als hätte man ungefragt einen Haufen Bettwanzen, die immerhin den Abwasch machen.“
Mit der Zeit jedoch geben ihr die Bewohner und andere Hausbesetzer aus der Nachbarschaft einen Sinn für Zugehörigkeit und Gemeinschaft, den Penny dringend braucht, und bald zieht sie nebenan ein und engagiert sich in den politischen Kämpfen der Besetzer.
Nur hat der Rest der Familie andere Pläne: Ihre Mutter und ihr spießiger Halbbruder, dem sie noch nie ganz grün war, würden die jungen Chaoten am liebsten von der Polizei räumen lassen. Doch Penny nimmt den Kampf für sie auf – vor allem für Rob, den aus Überzeugung asexuell lebenden Mann, in den sie sich verliebt hat.
Dies ist ein Roman über den Kampf zwischen Habenichtsen und Immer-mehr-Wollern, zwischen Idealismus und Pragmatismus – ein Buch über Amerika heute, das kaum witziger, böser, klüger sein könnte.“ (Quelle)

Witzig, klug und böse. Lange habe ich kein Buch mehr in der Hand gehabt, was diese drei Dinge vereint. Wäre mal wieder an der Zeit! Ich erhoffe mir schrullige Figuren, die man ganz fest in sein Herz schließt!

Informationen zum Buch: Hardcover: 400 Seiten || Verlag: Rowohlt  || Erscheinungsdatum: 24.01.2018 || ISBN: 978-3-498-07670-2|| Preis: 22,95 €

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2. Mike Nicol – Korrupt

„Bring Linda Nchaba nach Südafrika zurück! So lautet der Auftrag an Agentin Vicki Kahn, die sich um die Sicherheit des Staates kümmern soll. Dass Linda nicht nur Expertin in Sachen Kindesentführung, sondern auch ein Topmodel mit besten Verbindungen zum Sohn des südafrikanischen Präsidenten ist, macht die Sache nicht einfacher. Auch, als Vicki beobachten muss, wie Linda am Amsterdamer Flughafen außer Gefecht gesetzt wird. Und sie ihre wichtigste Kontaktperson in Berlin tot auf dem Küchenfußboden findet. Kopfschuss. Vickis Instinkt sagt ihr: Such das Weite! Aber leider ist auch ihr eigener Geliebter in den Fall verwoben …“ (Quelle)

Dieses Buch hatte mich alleine schon durch den Titel. Ich hege eine kleine Leidenschaft für organisierte Kriminalität und kriminelle Machenschaften, die sich hinter einer Wand aus schönem Schein verbergen. Die Beschreibung versprach zwar nicht ganz das, was ich mir vorgestellt habe, aber die Geschichte klingt wahnsinnig spannend und vor allem rasend schnell!

Informationen zum Buch: Brochur: 512 Seiten || Verlag: btb  || Erscheinungsdatum: 09.01.2018 || ISBN: 978-3-442-71592-3 || Preis: 10,00

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3. Andreas Gößling – Wolfswut

„Ein paar harmlos aussehende Fässer in der Garage ihres verstorbenen Vaters verwandeln das Leben von Lotte Soltau in einen Trümmerhaufen: In den Fässern lagern fünf brutal zerstückelte Frauen, teilweise müssen die Verstümmelungen bei lebendigem Leib zugefügt worden sein. Während Lotte noch versucht zu begreifen, wie ihr Vater, ein geselliger, musisch begabter Mann, zu den Taten eines Serienkillers fähig sein konnte, geschieht ein neuer grausiger Mord, diesmal an einem 16-jährigen Jungen. Und die Tat trägt eindeutig die Handschrift des toten Soltau …“ (Quelle)

Eigentlich schon ein Buch aus dem Jahr 2016, aber ich hatte von dem Buch noch nicht gehört und war von der Geschichte sehr gepackt. Für mich fühlt es sich wie ein neu erschienenes Buch an und das Genre „True Crime“ fesselt mich immer sehr.

Informationen zum Buch: Klappenbrochur: 528 Seiten || Verlag: Knaur TB  || Erscheinungsdatum: 12.01.2018 || ISBN: 978-3-426-52132-8|| Preis: 14,99 €

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Interessiert ihr euch auch für eines der vorgestellten Bücher oder habt ihr ganz andere auf eurer Liste stehen?

Gelesen: Während die Welt schlief – Susan Abulhawa

Lange ist es hier sehr still gewesen, aber manchmal hält das wirkliche Leben so viel bereit, dass man kaum Zeit für sich selbst findet. Aber jetzt, kurz vor dem Ende diesen Jahres, kehrt doch langsam wieder Ruhe ein und ich finde wieder die Zeit und Freude eine Rezension zu verfassen. Dafür habe ich mir das Buch „Während die Welt schlief“ von Susan Abulhawa ausgesucht.

Waehrend die Welt schlief von Susan Abulhawa
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Handlung
Erzählt wird der Verlauf des Nahost-Konflikts als Familiengeschichte, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Zu Beginn lernt man die palästinensische Familie Abuhija kennen, die friedlich in einem kleinen Dorf lebt. Der Frieden nimmt jedoch jäh ein Ende, als die ganze Dorfgemeinschaft brutal aus ihren Wohnstätten vertrieben wird und Zuflucht in einem Flüchtlingslager finden muss.
Die Protagonistin Amal wird in eben diesem Lager geboren und lernt die wahre Heimat ihrer Eltern nie kennen. Stattdessen muss sie schon früh erfahren, was es heißt, in ständiger Angst zu leben. Obwohl Amal eine innige Beziehung zu ihrem Vater hat, bleibt ihre Mutter ihr immer fern. Während der Vertreibung aus dem Dorf verschwand ihr Bruder Ismael und diesen Verlust hat ihre Mutter nie ganz verkraftet.
Als Leser erfährt man, dass Ismael von einem jüdischen Mann geraubt wurde um seiner traumatisierten Frau ein Kind zu schenken. Der Junge wächst fortan als David auf und weiß nichts von seiner Herkunft.
Amals gesamtes Leben ist geprägt von Krieg, Gewalt und Leid und anhand ihres Einzelschicksals wird geschildert, was einer vertriebenen Familie auf der Flucht vor Krieg widerfahren kann.

Thematik
Die Figuren in diesem Roman sind fiktiv, aber die Geschehnisse sind es nicht. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Ruf nach einem selbstständigen jüdischen Staat lauter. Nach Ausrufung Israels als ebendiesem verschärfte sich der Nahost Konflikt noch weiter. Die Sehnsüchte, Ängste und die Verzweiflung der Familie Abuhija stehen stellvertretend für alle vertriebenen Palästinenser.
Das Buch hat einen autobiografischen Hintergrund und die Autorin prangert an, dass die Welt all die Jahre „geschlafen“ und die leidvolle Situation der Palästinenser nicht ausreichend wahrgenommen hat. Sie wirft den Medien und der Politik vor, die Situation nicht ausreichend oder sogar verzerrt dargestellt zu haben. Dadurch ergibt sich natürlich eine sehr subjektive Beschreibung der Geschehnisse, auch wenn durch Amals Bruder David (Ismael) die jüdische Seite berücksichtigt wird.
Auf beiden Seiten steht Hass, Gewalt und Angst. Es ist schwer, Partei für eine Seite zu ergreifen, denn zu tief und lange währt dieser Krieg. Solche Bücher helfen dabei, verschiedene Seiten zu beleuchten und eine differenzierte Meinung zu entwickeln.

Fazit
Diese Geschichte hat sich tief in mein Gedächtnis gebrannt und ist keine leichte Kost. Ich habe geweint und noch lange nach Ende der Geschichte viel Schmerz empfunden.
Der feine Schreibstil der Autorin zieht den Leser förmlich in die Geschichte hinein und man fühlt mit jeder einzelnen beschriebenen Figur.

Wir leben in einer relativ sicheren Welt und vergessen viel zu häufig, wie es anderen Menschen geht, die nicht das Glück hatten in unserer privilegierten Gesellschaft aufzuwachsen.
Dieses Buch hat mich gelehrt, dass es wichtig ist, die Augen nicht vor dem Rest der Welt zu verschließen. Jede Handlung obliegt einem Grund. Das sollte man nie vergessen.

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Informationen zum Buch: Taschenbuch: 484 Seiten || Verlag: Diana (09. April 2012) || ISBN: 978-3-453-35662-7 || Preis: 9,99 €