Buchneuerscheinungen – Januar 2018

Der Januar ist bald schon wieder zur Hälfte rum, aber ich wollte diese Kategorie nicht einschlafen lassen. Denn auch für mich ist es immer schön, durch die Verlagsvorschauen zu blättern und mir die interessantesten Bücher raus zu picken und hier vorzustellen. Also verzeiht mir den verspäteten Beitrag, aber die ersten Januarwochen hat sich bei mir die Raum- und Zeitlosigkeit der Tage zwischen den Jahren noch nicht ganz verflüchtigt…

Allerdings gibt es hier jetzt nicht mehr fünf, sondern nur noch drei vorgestellte Bücher. Denn an dem Satz „Weniger ist mehr“ ist manchmal ja doch etwas wahres dran!

1. Nell Zink – Nikotin

„Penny Baker, soeben mit dem College fertig, jetzt arbeitslos und zudem durch den kürzlichen Tod ihres Vaters neben der Spur, beschließt, erst mal dessen verfallendes Elternhaus in Jersey City zu renovieren, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Doch Überraschung: Sie findet es besetzt von ein paar netten, noch rauchenden Anarchisten, die ihrer WG den Namen „Nicotine“ verpasst haben. Erster Eindruck: „Als hätte man ungefragt einen Haufen Bettwanzen, die immerhin den Abwasch machen.“
Mit der Zeit jedoch geben ihr die Bewohner und andere Hausbesetzer aus der Nachbarschaft einen Sinn für Zugehörigkeit und Gemeinschaft, den Penny dringend braucht, und bald zieht sie nebenan ein und engagiert sich in den politischen Kämpfen der Besetzer.
Nur hat der Rest der Familie andere Pläne: Ihre Mutter und ihr spießiger Halbbruder, dem sie noch nie ganz grün war, würden die jungen Chaoten am liebsten von der Polizei räumen lassen. Doch Penny nimmt den Kampf für sie auf – vor allem für Rob, den aus Überzeugung asexuell lebenden Mann, in den sie sich verliebt hat.
Dies ist ein Roman über den Kampf zwischen Habenichtsen und Immer-mehr-Wollern, zwischen Idealismus und Pragmatismus – ein Buch über Amerika heute, das kaum witziger, böser, klüger sein könnte.“ (Quelle)

Witzig, klug und böse. Lange habe ich kein Buch mehr in der Hand gehabt, was diese drei Dinge vereint. Wäre mal wieder an der Zeit! Ich erhoffe mir schrullige Figuren, die man ganz fest in sein Herz schließt!

Informationen zum Buch: Hardcover: 400 Seiten || Verlag: Rowohlt  || Erscheinungsdatum: 24.01.2018 || ISBN: 978-3-498-07670-2|| Preis: 22,95 €

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2. Mike Nicol – Korrupt

„Bring Linda Nchaba nach Südafrika zurück! So lautet der Auftrag an Agentin Vicki Kahn, die sich um die Sicherheit des Staates kümmern soll. Dass Linda nicht nur Expertin in Sachen Kindesentführung, sondern auch ein Topmodel mit besten Verbindungen zum Sohn des südafrikanischen Präsidenten ist, macht die Sache nicht einfacher. Auch, als Vicki beobachten muss, wie Linda am Amsterdamer Flughafen außer Gefecht gesetzt wird. Und sie ihre wichtigste Kontaktperson in Berlin tot auf dem Küchenfußboden findet. Kopfschuss. Vickis Instinkt sagt ihr: Such das Weite! Aber leider ist auch ihr eigener Geliebter in den Fall verwoben …“ (Quelle)

Dieses Buch hatte mich alleine schon durch den Titel. Ich hege eine kleine Leidenschaft für organisierte Kriminalität und kriminelle Machenschaften, die sich hinter einer Wand aus schönem Schein verbergen. Die Beschreibung versprach zwar nicht ganz das, was ich mir vorgestellt habe, aber die Geschichte klingt wahnsinnig spannend und vor allem rasend schnell!

Informationen zum Buch: Brochur: 512 Seiten || Verlag: btb  || Erscheinungsdatum: 09.01.2018 || ISBN: 978-3-442-71592-3 || Preis: 10,00

Korrupt von Mike Nicol
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3. Andreas Gößling – Wolfswut

„Ein paar harmlos aussehende Fässer in der Garage ihres verstorbenen Vaters verwandeln das Leben von Lotte Soltau in einen Trümmerhaufen: In den Fässern lagern fünf brutal zerstückelte Frauen, teilweise müssen die Verstümmelungen bei lebendigem Leib zugefügt worden sein. Während Lotte noch versucht zu begreifen, wie ihr Vater, ein geselliger, musisch begabter Mann, zu den Taten eines Serienkillers fähig sein konnte, geschieht ein neuer grausiger Mord, diesmal an einem 16-jährigen Jungen. Und die Tat trägt eindeutig die Handschrift des toten Soltau …“ (Quelle)

Eigentlich schon ein Buch aus dem Jahr 2016, aber ich hatte von dem Buch noch nicht gehört und war von der Geschichte sehr gepackt. Für mich fühlt es sich wie ein neu erschienenes Buch an und das Genre „True Crime“ fesselt mich immer sehr.

Informationen zum Buch: Klappenbrochur: 528 Seiten || Verlag: Knaur TB  || Erscheinungsdatum: 12.01.2018 || ISBN: 978-3-426-52132-8|| Preis: 14,99 €

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Interessiert ihr euch auch für eines der vorgestellten Bücher oder habt ihr ganz andere auf eurer Liste stehen?

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Gelesen: Während die Welt schlief – Susan Abulhawa

Lange ist es hier sehr still gewesen, aber manchmal hält das wirkliche Leben so viel bereit, dass man kaum Zeit für sich selbst findet. Aber jetzt, kurz vor dem Ende diesen Jahres, kehrt doch langsam wieder Ruhe ein und ich finde wieder die Zeit und Freude eine Rezension zu verfassen. Dafür habe ich mir das Buch „Während die Welt schlief“ von Susan Abulhawa ausgesucht.

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Handlung
Erzählt wird der Verlauf des Nahost-Konflikts als Familiengeschichte, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Zu Beginn lernt man die palästinensische Familie Abuhija kennen, die friedlich in einem kleinen Dorf lebt. Der Frieden nimmt jedoch jäh ein Ende, als die ganze Dorfgemeinschaft brutal aus ihren Wohnstätten vertrieben wird und Zuflucht in einem Flüchtlingslager finden muss.
Die Protagonistin Amal wird in eben diesem Lager geboren und lernt die wahre Heimat ihrer Eltern nie kennen. Stattdessen muss sie schon früh erfahren, was es heißt, in ständiger Angst zu leben. Obwohl Amal eine innige Beziehung zu ihrem Vater hat, bleibt ihre Mutter ihr immer fern. Während der Vertreibung aus dem Dorf verschwand ihr Bruder Ismael und diesen Verlust hat ihre Mutter nie ganz verkraftet.
Als Leser erfährt man, dass Ismael von einem jüdischen Mann geraubt wurde um seiner traumatisierten Frau ein Kind zu schenken. Der Junge wächst fortan als David auf und weiß nichts von seiner Herkunft.
Amals gesamtes Leben ist geprägt von Krieg, Gewalt und Leid und anhand ihres Einzelschicksals wird geschildert, was einer vertriebenen Familie auf der Flucht vor Krieg widerfahren kann.

Thematik
Die Figuren in diesem Roman sind fiktiv, aber die Geschehnisse sind es nicht. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Ruf nach einem selbstständigen jüdischen Staat lauter. Nach Ausrufung Israels als ebendiesem verschärfte sich der Nahost Konflikt noch weiter. Die Sehnsüchte, Ängste und die Verzweiflung der Familie Abuhija stehen stellvertretend für alle vertriebenen Palästinenser.
Das Buch hat einen autobiografischen Hintergrund und die Autorin prangert an, dass die Welt all die Jahre „geschlafen“ und die leidvolle Situation der Palästinenser nicht ausreichend wahrgenommen hat. Sie wirft den Medien und der Politik vor, die Situation nicht ausreichend oder sogar verzerrt dargestellt zu haben. Dadurch ergibt sich natürlich eine sehr subjektive Beschreibung der Geschehnisse, auch wenn durch Amals Bruder David (Ismael) die jüdische Seite berücksichtigt wird.
Auf beiden Seiten steht Hass, Gewalt und Angst. Es ist schwer, Partei für eine Seite zu ergreifen, denn zu tief und lange währt dieser Krieg. Solche Bücher helfen dabei, verschiedene Seiten zu beleuchten und eine differenzierte Meinung zu entwickeln.

Fazit
Diese Geschichte hat sich tief in mein Gedächtnis gebrannt und ist keine leichte Kost. Ich habe geweint und noch lange nach Ende der Geschichte viel Schmerz empfunden.
Der feine Schreibstil der Autorin zieht den Leser förmlich in die Geschichte hinein und man fühlt mit jeder einzelnen beschriebenen Figur.

Wir leben in einer relativ sicheren Welt und vergessen viel zu häufig, wie es anderen Menschen geht, die nicht das Glück hatten in unserer privilegierten Gesellschaft aufzuwachsen.
Dieses Buch hat mich gelehrt, dass es wichtig ist, die Augen nicht vor dem Rest der Welt zu verschließen. Jede Handlung obliegt einem Grund. Das sollte man nie vergessen.

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Informationen zum Buch: Taschenbuch: 484 Seiten || Verlag: Diana (09. April 2012) || ISBN: 978-3-453-35662-7 || Preis: 9,99 €

Gelesen: Schwimmen – Sina Pousset

Vor einigen Wochen hat mich der Debutroman „Schwimmen“ von Sina Pousset erreicht. Ullstein fünf ist das jüngste Verlagsprogramm der Ullstein Buchverlage. Veröffentlicht werden deutschsprachige Schriftsteller/innen, die noch unbekannt sind und durch besondere Erzählweisen überzeugen. Als ich das kleine blaue Buch in den Händen hielt und den Klappentext las, war mir schnell klar, dass dies ein ganz besonderer Roman ist.

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Handlung
Erzählt wird zunächst der Alltag von Milla, die neben ihrem Job als Lektorin die kleine Emma aufzieht. Eigentlich ist es ein ganz normaler Tag, doch als Milla in der Jackentasche ihres besten Freundes Jan einen Zettel findet, scheint sich in ihr ein Knoten zu lösen. Schnell wird klar, dass Jan tot ist und Milla für eine lange Zeit in unterdrückter Trauer gelebt hat, gepaart mit dem Gefühl von Schuld.
Sie beschließt, Kristina zu besuchen und sich mit ihr gemeinsam der Vergangenheit zu stellen. Fast leise und vorsichtig nährt man sich dem Sommer, den Milla, Kristina und Jan gemeinsam am Meer verbracht haben und der mit Jans tragischem Tod geendet hat. Man erfährt etwas über die enge Freundschaft zwischen Milla und Jan, die seit Kindertagen besteht und warum Emma zu Milla nicht „Mama“ sagt.

Thematik
Freundschaft, Liebe, Familie. All das sind Themen, die im Roman eine wichtige Rolle spielen. Noch viel wichtiger ist aber das Gefühl, was die junge Autorin mit ihrer Sprache hervorruft.

„Milla erstarrt, ihre Worte hängen noch vor ihrem Mund und können nicht zurück. Schon lässt er los, schon ist er weg. Jan geht an ihr vorbei, so schnell, dass sie die Luft fühlt, die er mit sich nimmt, nach drinnen. Sie steht da, allein, einen Moment lang und hält die Finger an ihren Mund. Sie wartet, bis ihr das Blut langsam wieder aus den Wangen weicht. Dann folgt sie ihm.“

(Sina Pousset, Schwimmen, S. 141f)

Das Buch ist auf eine zarte Weise melancholisch und nachdenklich. Es erzählt die Geschichte von jungen Erwachsenen, die auf der Suche nach sich selbst und ihren Träumen sind.
Der Umgang mit und die Bewältigung von Trauer sind ein zentrales Thema und die Verzweiflung der Protagonisten ist spürbar.

Fazit
Sina Pousset hat mit ihrem Debutroman eine ganz besondere Geschichte geschaffen. Die Autorin lässt den Leser tief in die Gefühlswelt ihrer Figuren eintauchen. Obwohl die Geschichte sehr traurig und tragisch ist und der Roman von einem bedrückten Gefühl dominiert wird, schenkt die Geschichte schlussendlich Hoffnung. Und dieses Gefühl bleibt nach der letzten Seite in mir verankert. Durch die wunderschöne Sprache der Autorin hallt die Geschichte noch lange nach und bleibt im Gedächtnis. Teilweise ist der Roman sehr schmerzhaft, dabei aber immer auf eine zarte Weise, so dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag. Gerade während der aktuell kalten und grauen Jahreszeit lässt sich dieser Roman sehr gut lesen und man kann sich ganz in der Geschichte verlieren.
Ich hoffe, noch mehr von dieser talentierten jungen Frau lesen zu können.
Hier findet ihr noch ein lesenswertes Interview von Sina Pousset und ihrer Lektorin Aylin Salzmann, die neben ihrer beruflichen Zusammenarbeit auch eine Freundschaft verbindet.

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Informationen zum Buch: Gebundene Ausgabe: 224 Seiten || Verlag: Ullstein fünf Verlag  (08. September 2017) || ISBN: 978-3-961-01007-3 || Preis: 18,00 €

Vielen lieben Dank an den Ullstein fünf Verlag, der mir das Buch kostenlos zugeschickt hat.

Buchneuerscheinungen – November 2017

Der November hält schon fast Einzug und ausnahmsweise hatten auch wir hier in Hamburg ein verlängertes Wochenende. Dieses habe ich an der See verbracht und frische Luft und heißen Tee genossen. Für die kommenden stürmischen und kalten Herbsttage habe ich mir wieder fünf Bücher ausgesucht, die im November neu erscheinen.

1. Jan Costin Wagner – Sakari lernt, durch Wände zu gehen

„Auf dem Marktplatz der finnischen Stadt Turku steigt ein junger Mann in einen Brunnen. Er ist nackt und offenbar verwirrt. Und er hat ein Messer bei sich.
Im Nachhinein kann sich niemand so recht erklären, warum einer der herbeigeeilten Polizisten ihn erschossen hat – vor allem nicht der Schütze selbst.
Er versucht, mehr über den jungen Menschen zu erfahren, dem er das Leben genommen hat, und wendet sich hilfesuchend an seinen Kollegen Kimmo Joentaa. Kimmo, inzwischen selbst alleinerziehender Vater einer Tochter, sucht die Eltern des Toten auf – und stößt auf Spuren einer Katastrophe, die nicht nur das Leben des Jungen aus dem Brunnen, sondern das zweier Familien tragisch und tiefgreifend verändert hat.
Kimmo Joentaa beginnt, die losen Fäden zu verknüpfen. Und er begreift, dass diese Ermittlung ihn vor allem mit der Frage konfrontiert, woran Menschen sich in unserer Welt festhalten können, wenn schlimmste Befürchtungen wahr werden.“ (Quelle)

Vom Autor habe ich noch gar nicht gehört, aber ich bin schon jetzt sehr gespannt auf dieses Buch. Die Geschichte klingt düster und geheimnisvoll. Also genau das Richtige bei einer heißen Tasse Tee und einer kuscheligen Decke, während draußen der Sturm tobt.

Informationen zum Buch: Hardcover: 240 Seiten || Verlag: Galiani-Berlin || Erscheinungsdatum: 09.11.2017 || ISBN: 9978-3-86971-018-1 || Preis: 20,00 €

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2. Juli Zeh – Leere Herzen

„Sie sind desillusioniert und pragmatisch, und wohl gerade deshalb haben sie sich ‎erfolgreich in der Gesellschaft eingerichtet: Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist, und wollen nicht länger verantwortlich sein für das, was schief läuft. Stattdessen haben sie gemeinsam eine kleine Firma aufgezogen, „Die Brücke“, die sie beide reich gemacht hat. Was genau hinter der „Brücke“ steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod.
Als die „Brücke “ unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald sind nicht nur Brittas und Babaks Firma, sondern auch beider Leben in Gefahr…“ (Quelle)

Politthriller lese ich zwischendurch sehr gerne. Vor allem aktuell ist dieses Genre für mich sehr spannend. Dieser hier spielt in der Zukunft und scheint an George Orwell Geschichten zu erinnern. Ich erhoffe mir viel und gehe davon aus, dass mich dieses Buch verstört und sehr nachdenklich zurücklassen wird. Auf jeden Fall mein Monatsfavorit!

Informationen zum Buch: Hardcover: 352 Seiten || Verlag: Luchterhand Literaturverlag || Voraussichtliches Erscheinungsdatum: 13.11.2017 || ISBN: 978-3-630-87523-1 || Preis: 20,00 €

Leere Herzen von Juli Zeh
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3. Edward St. Aubyn – Dunbar und seine Töchter

„Sein ganzes Leben lang hat Henry Dunbar auf nichts und niemanden Rücksicht genommen, besessen von der Vision, seinen kleinen Zeitungsverlag zu einem Medienkonzern auszubauen. Auf dem Zenit seiner Macht hat nur noch einen einzigen, aber mächtigen Feind: das Alter. Dunbar weiß, er muss sein Reich in die Hände seiner Töchter legen. Nur zwei der Kinder hält er für geeignet. Doch das Leben erteilt ihm eine bittere Lektion.“ (Quelle)

Ein mächtiger Despot, der sein Lebenswerk in den richtigen Händen sehen will. Das klingt auf jeden Fall interessant.
Der Roman ist inspiriert von Shakespeares König Lear. Shakespeare bedeutet für mich Verrat, Missgunst, tiefe familiäre Abgründe und eine dramatische Wendung, die alles zu Fall bringt. Und genau das erwarte ich hier auch!

Informationen zum Buch: Hardcover: 356 Seiten || Verlag: Knaus || Erscheinungsdatum: 20.11.2017 || ISBN: 978-3-8135-0698-3|| Preis: 20,00 €

Dunbar und seine Toechter von Edward St Aubyn
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4. John Green – Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

„Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.“ (Quelle)

Ein neuer John Green. Das garantiert bei mir meistens bitterliche Tränen und ein wehmütiges Gefühl beim Zurückstellen ins Regal. Zusätzlich bin ich erst vor Kurzem auf das Thema Resilienz aufmerksam geworden. Das Buch befasst sich mit dieser Thematik und ich denke, dass Green hier eine feine aber sehr intensive Geschichte gesponnen hat.

Informationen zum Buch: Hardcover: 288 Seiten || Verlag: Hanser || Erscheinungsdatum: 10.11.2017 || ISBN: 978-3-446-25903-4 || Preis: 20,00 €

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5. Margret Steckel – Jette, Jakob und die anderen

„Das bukolische Idyll einer wohlbehüteten Kindheit auf dem Lande am Vorabend des Zweiten Weltkriegs wird zunehmend überschattet von den bedrohlichen Vorzeichen des Unheils. Zu Beginn wundern sich die Geschwister Jette und Jakob noch über den seltsamen »Bösen Braunen« aus dem Radio, über den die Mama so gern – wenn auch nur heimlich – flucht. Doch nur allzu bald müssen sie erfahren, was das wirklich Böse ist. Denn ihre kindliche Unschuld bewahrt auch Jette und Jakob, ihre Familie und Freunde nicht davor, dass sie mit dem Grauen eines Krieges konfrontiert werden, der immer näherkommt und schließlich auch auf dem elterlichen Hof Einzug hält.“ (Quelle)

Ein dünnes Buch mit einer Geschichte über die Grauen des Krieges, Flucht und Verlust. Aus der Sicht von Kindern erscheinen diese Themen noch viel dunkler und zugleich werden sie aus einer anderen Perspektive betrachtet. Einer unschuldigen. Sicherlich eine sehr intensive Geschichte.

Informationen zum Buch: Hardcover: 160 Seiten || Verlag: capybarabooks || Voraussichtliches Erscheinungsdatum: 07.11.2017 || ISBN: 978-99959-43-13-4 || Preis: 17,95 €

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Interessiert ihr euch auch für eines der vorgestellten Bücher oder habt ihr ganz andere auf eurer Liste stehen?

Gelesen: Die Flut – Arno Strobel

Ich bin vor ein paar Jahren durch Zufall auf meinen ersten Strobel Thriller gestoßen. Als Mängelexemplar in einer Buchhandlung mitgenommen, hat „Das Skript“ mich von der ersten Seite an gefesselt.
Schnell zogen weitere Bände ein und ich wurde immer sehr gut unterhalten.
Zuletzt kam nun „Die Flut“ dazu“ und ich erhoffte mir eine spannende Geschichte mit vielschichtigen Figuren und einem eiskalten Killer.

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Handlung
Das junge Paar Michael und Julia macht Ferien auf der Insel Amrum. Dorthin wurden sie von Michaels Arbeitskollegen Andreas eingeladen, um die Zeit gemeinsam mit ihm und seiner Frau zu verbringen. Schnell wird klar, dass die vier nicht auf einer Wellenlänge sind und die Stimmung ist eher mäßig. Dann geschieht am Strand ein grausamer Mord, bei dem eine Frau stirbt, während ihr Partner dabei zusehen muss. Es scheint, als hätte es der Täter auf Pärchen abgesehen und zu allem Unglück gerät Michael in das Visier des leitenden Polizeibeamten. Die vier sind also gezwungen, auf der Insel auszuharren.

Thematik
Innerhalb der Geschichte kommt es immer wieder zu Perspektivwechseln zwischen den vier Protagonisten und den zwei ermittelnden Polizisten. Gelegentlich gibt es auch kurze Passagen aus Sicht des Täters. Gerade diese Passagen haben es in sich, da der Täter von enormer Intelligenz ist und Freude dabei empfindet, sein Spielchen mit der Polizei zu treiben. Der Täter ist ein absoluter Psychopath, was sehr deutlich wird, als er sich an Szenen aus seiner Kindheit erinnert.

Es war,als presse etwas Fremdartiges Gedanken aus seinem Verstand, die er nicht denken wollte, Sogar sein umfangreicher Wortschatz bot ihm keine Möglichkeit genauer zu beschreiben, was er empfand. Nicht einmal für sich selbst, Diese Unzulänglichkeit machte ihn wütend, so sehr, dass er aufsprang, zu Sarah lief und ihr ohne Zögern seine geballte Kinderfaust ins Gesicht schlug.

(Arno Strobel, Die Flut, S. 8)

Ich fand die Figur des Täters sehr interessant, aber leider ist diese etwas in den Hintergrund gerückt und die Motive spielten nur am Rande eine Rolle. Insgesamt erinnerte die Handlung eher an einen Kriminalroman denn an einen Thriller.

Die Konflikte innerhalb der Gruppe der Protagonisten hätten zur Spannung beitragen können. Denn zu der anfänglichen schlechten Laune sind dann auch noch Misstrauen und Stress hinzugekommen. Aber irgendwie liefen die Streitereien immer nach dem gleichen Schema ab und gerade die zwei Frauen gingen mir irgendwann nur noch auf die Nerven.

Fazit
Ich muss leider sagen, dass mich das Buch enttäuscht hat. Durch die kurzen Kapitel war das Buch zwar schnell gelesen, aber der Plot und die Figuren konnten mich nicht überzeugen.
Die Protagonisten waren allesamt unsympathisch und haben sehr oft unlogisch gehandelt. Die Szenen aus der Sicht des Täters, sowie die Taten an sich waren sehr kurz gehalten und ein wirkliches Spannungsgefühl kam dabei nicht auf.
Insgesamt dümpelte die Geschichte dadurch ziemlich vor sich hin.

Sehr schade, aber wäre das mein erstes Buch von Strobel gewesen, hätte ich wohl kein anderes mehr gelesen.

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Informationen zum Buch: Taschenbuch: 368 Seiten || Verlag: Fischer Taschenbuch (21. Januar 2016) || ISBN: 978-3-596-19835-1|| Preis: 9,99 €