Gelesen: The Girls – Emma Cline

Als erstes fiel mir in der Buchhandlung das Cover auf. Ich las den Klappentext und dachte, die Geschichte würde vom Hippieflair der 60er und einer komplizierten Mädchenfreundschaft handeln. Von einem jugendlichen Ausbruch und dem Erwachsenenwerden. Ich war interessiert, aber nicht überzeugt. Dann las ich irgendwo von einem neuen Buch, welches die Manson Family thematisiert und ich stellte eine Verbindung her. Somit wurde das Buch gekauft und lag dann ewig auf meinem Stapel ungelesener Bücher, viel zu lange.

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Handlung
Als inzwischen erwachsene Frau erzählt die Protagonistin Evie rückblickend von ihren Erlebnissen aus dem Jahr 1969. Zu dieser Zeit ist Evie unglücklich mit sich selbst und ihrem Leben. Sie empfindet sich als durchschnittlich und sehnt sich danach, besonders zu sein. Zudem erhält sie von ihren geschiedenen Eltern kaum Aufmerksamkeit, denn die sind mit ihren eigenen Leben beschäftigt. Als Evie dann auf eine Gruppe junger Frauen trifft, die sie mit ihrer wilden und rätselhaften Art in den Bann schlagen, schließt sie sich dieser Gruppe an.
In einer sektenartigen Gemeinschaft leben die jungen Frauen auf einer verwilderten Ranch. Angeführt werden sie von dem charismatischen Russel, der wie ein Guru das Zentrum der Gruppe bildet und von den Frauen regelrecht umkreist wird. Evie ist fasziniert von der Ranch, einem Ort mit anderen Regeln, viel Sex, Drogen und einem Gefühl von Freiheit. Sie gibt sich diesem Gefühl hin und bemerkt erst viel zu spät, dass diese Gruppe wie ein Strudel ist, durch den sie sich immer weiter von der Realität entfernt und in einen Abgrund hineingezogen wird.

Thematik
Wie bereits angedeutet, ist die Geschichte an die Manson Family angelehnt. Dies war eine sektenartige Gruppierung, rund um den Kommunengründer Charles Manson.
Manson hat seine vorrangig weiblichen Anhänger dazu gebracht, mehrere unschuldige Menschen grausam umzubringen. Er war ein Rassist, der manisch eine neue Weltordnung herbeiführen wollte und dafür junge Frauen zu Mörderinnen machte.
Der Schwerpunkt von „The Girls“ liegt allerdings nicht auf Manson, alias Russel oder den Gräueltaten, die die Gruppe begangen hat. Vielmehr geht es um die Frage, was junge Mädchen dazu bringt, sich einer sektenartigen Gemeinschaft anzuschließen.
Zentraler Charakter neben Evie ist Russels größte Anhängerin Suzanne, eine fanatische junge Frau, die für Russel nicht einmal vor Mord zurückschreckt. Evie ist regelrecht auf Suzanne geprägt und sieht in ihr eine Art Vorbild. Eine Frau, die sich einem Mann wie Russel regelrecht unterwirft und sich von ihm in jeder Hinsicht benutzen lässt.

Das Buch liefert keine genauen Antworten, aber es zeigt, welche Macht die Verführung und das Versprechen von Freiheit hat. Es scheint fast, als würde die Gruppe in einer Parallelwelt leben und alles, was einen in der normalen Welt quält, scheint hier bedeutungslos.
Nach dem Ende der Geschichte bleibt ein leichtes Unwohlsein bei dem Gedanken, wie leicht Menschen zu manipulieren sind. Wie leicht sie vom rechten Weg abkommen, die Kontrolle abgeben und sich vollkommen hingeben, ohne weiter nachzufragen.

Fazit
„The Girls“ zu lesen, war wie ein Rausch. Ich war sofort gefangen, von der bildreichen Sprache, die Emma Cline erschaffen hat. Nicht alle mögen Clines Schreibstil und finden ihn teilweise übertrieben. Ich persönlich war jedoch begeistert von der blumigen Sprache und dem Genuss, der sich dadurch beim Lesen einstellte.

„Die Sonne stach durch die Bäume wie immer – verschlafene Weiden, der über die Picknickdecken fahrende heiße Wind – aber die Vertrautheit des Tages wurde gestört von der Bahn, die die Mädchen durch die normale Welt zogen. Geschmeidig und gedankenlos wie durch das Wasser gleitende Haie.“

(Emma Cline, The Girls, S.8)

Auch die Geschichte konnte mich fesseln, vor allem da sie in Rückblicken erzählt wird und Evie als Erwachsene die damaligen Geschehnisse immer noch aufarbeitet.
Mit „The Girls“ wurde ein vielschichtiges psychologisches Drama über die Abgründe unserer Gesellschaft geschrieben. Neben den Problemen des Erwachsenwerdens geht es um die leichte Beeinflussbarkeit von Menschen. Es ist erschreckend, wie einfach die Verführung stattfindet, wenn Menschen unsicher und enttäuscht von ihrem Leben sind.
Für mich ist „The Girls“ ein sehr lesenswertes Buch, über das ich noch lange nachgedacht habe.

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Bildquelle: Eigene

Informationen zum Buch: Gebundene Ausgabe: 352 Seiten || Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG  (25. Juli 2016) || ISBN: 978-3-446-25268-4 || Preis: 22,00 €

 

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Gelesen | Gehört | Gesehen | Entdeckt: KW 20

Gelesen | Gehört | Gesehen | Entdeckt
Was mich diese Woche interessiert und begeistert hat.

Gelesen ||

|| Die Haut ist unser größtes Organ und wird von uns sehr beansprucht. Wir cremen und peelen, was das Zeug hält, setzen sie lauter Umwelteinflüssen aus, strapazieren sie durch Kratzen und verbrennen sie in der Sonne. Ich war da leider keine Ausnahme und bekam die Quittung durch ein Sensibelchen, welches mir inzwischen keine Fehltritte mehr erlaubt und gleich mit Rötungen, Trockenheit und einem fahlen Teint straft. Von dem Bestseller HAUTNAH von Dr. Yael Adler habe ich mir vor allem ein besseres Verständnis des Themas Hautpflege und einiger hilfreicher Tipps für den Alltag erhofft. Bekommen habe ich ein unterhaltsames Sachbuch, das nicht nur sehr informativ, sondern gleichzeitig witzig und spannend geschrieben ist. Man erhält eine fundierte und einfache Erklärung der medizinischen Zusammenhänge und zusätzlich Tipps, wie man seine Haut gesund und natürlich pflegt. Und natürlich braucht man dafür keine 50 € teuren Crèmes (was mir eigentlich vorher auch schon klar war…).

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|| Die Flüchtlingsdebatte findet kein Ende, zumindest nicht in den Köpfen und das Thema kommt in jeder privaten oder beruflichen Runde mal wieder auf den Tisch. Meistens kommen dann Kommentare, die mir schwer aufstoßen und auf die ich keine Antwort habe, denn natürlich verstehe ich die Sorgen in mancher Hinsicht. Den Satz „von meinen Steuergeldern…“ kann ich aber nicht mehr hören. Wird von unseren Steuern nicht auch dafür gesorgt, dass wir hier gute Straßen, saubere Innenstädte und Schulbildung für alle Kinder haben? Und warum leben wir in Deutschland, beziehungsweise der westlichen Welt? Nennt es Glück oder Zufall, aber wir haben sonst nichts dafür getan. Und in manchen Situationen würde uns ein Bisschen Demut ganz gut tun. Um diesen Punkt geht es in dem Artikel von Lisa Jaspers, der Gründerin des Fair Trade Fashion Labels „Folkdays“.

Wo ist eigentlich unsere Demut?

Gehört ||

Eine bunte Mischung!

|| LEA – Wunderkerzenmenschen

|| Future – Mask Off

|| Tina Dico – Someone You Love

Gesehen ||

|| Ein absoluter Klassiker aus meiner Kindheit: DIE NANNY. Die Geschichte um das Kindermädchen Fran Fine, die mit ihrer verrückten aber liebevollen Art die Familie Sheffield um den Finger wickelt. Die Hauptfigur Fran hat eine Stimme, die Gläser zum Springen bringt und trägt Outfits, die kurz vor der Geschmacksverirrung stehen. Damit ist die Serie nichts für meinen Freund ;). Ich finde sie dafür sehr unterhaltsam und kurzweilig. Gut, um nach einem anstrengenden Tag für 20 Minuten abzuschalten.

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|| Inzwischen kenne ich zwar auch den Film, aber die Serie FARGO habe ich unabhängig davon begonnen. Diese Serie ist vieles: Makaber, böse, witzig, spannend, blutig. Die Schauspieler sind grandios und die Story extrem skurril. Der Humor ist so tiefschwarz, wie ich es lange nicht mehr in einer Serie erlebt habe. Nachdem ich nun den Film gesehen habe, finde ich dass die erste Staffel sich zwar lose an diesem orientiert, aber doch eine eigene Geschichte erzählt. In der zweiten Staffel geht es dann um eine andere Story, die jedoch Bezug zu Figuren aus der ersten hat. Aktuell sind die ersten drei Episoden der dritten Staffel auf deutsch bei Netflix verfügbar.

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|| Ebenfalls aus meiner Kindheit, aber neu für mich entdeckt ist der japanische Zeichentrickfilm PRINZESSIN MONONOKE. Der Film regt sehr zum Nachdenken an, denn der Konflikt zwischen mythischen Tiergöttern, die den Wald beschützen und den sich ausbreitenden Menschen passt heutzutage besser denn je. Der Mensch zerstört Regenwälder, Meere, den Boden… und so irgendwann sich selbst. Obwohl der Film den Egoismus des Menschen scharf anprangert, ist die Trennlinie zwischen Gut und Böse verschwommen. Die Wahrheit ist komplexer als Machthunger oder das Streben nach Frieden. Es geht um Freiheit, Humanismus und das Leben im Einklang mit dieser Welt. Für mich ein erwähnenswerter Film, der neben der tollen Geschichte auch mit seiner grandiosen Filmmusik überzeugt.

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Entdeckt ||

|| Schon lange bin ich auf der Suche nach einem praktischen To-Go-Becher. Das sollte eigentlich nicht so schwer sein, ist die Auswahl doch scheinbar unendlich groß. Leider scheint Funktionalität und Ästhetik in dieser Sparte jedoch schwer zusammenzupassen. Die besten Bewertungen erhalten die Cups von Emsa, die man ja auch überall sieht, ich persönlich aber langweilig finde. Schön sollte der Becher sein, aber trotzdem klassisch, damit ich mich nicht zu schnell daran satt gesehen habe. Meine Wahl fiel nun auf dieses schöne Stück von Stelton. Natürlich wahnsinnig teuer und die Amazon Bewertung ist eher mittelmäßig. Jetzt bin ich mir nicht sicher… Sollte ich Schönheit wirklich stärker gewichten als den praktischen Aspekt. Die schlechten Bewertungen kommen daher, dass der Becher die Heißgetränke nicht für mehrere Stunden warm hält. Allerdings ist das für meine Zwecke auch irrelevant. Da hab ich eher Angst, mir ständig die Zunge zu verbrennen und normalerweise hält so ein warmes Getränk auch nur von der Haustür bis zum Arbeitsplatz. Was also tun? Schön sind die Teile ja wirklich…

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Ich freu mich, von euren Erfahrungen oder Empfehlungen zu hören.

Gelesen | Gehört | Gesehen | Entdeckt: KW 16

Gelesen | Gehört | Gesehen | Entdeckt
Was mich diese Woche interessiert und begeistert hat.

Gelesen |

|| Die letzte Woche war kurz, dank der Ostertage. Ich muss ja sagen, an so eine Vier-Tage-Woche könnte ich mich sehr gut gewöhnen. Fünf Tage die Woche acht Stunden im Büro zu verbringen, lässt mich manchmal wirklich so fühlen, als würde ich im berüchtigten Hamsterrad rennen. Manchmal zwar etwas langsamer, aber immer weiter und weiter… Und ich habe es mit Gleitzeit noch sehr gut getroffen!
Richtig machen es in der Hinsicht schon die Skandinavier, die sehr offen gegenüber alternativen Arbeitsmodellen sind. Es gibt inzwischen auch Studien, die belegen, dass die typische 40-Stunden Woche nicht automatisch zu mehr Produktivität am Arbeitsplatz führt. Das hat auch ein Hamburger Unternehmen erkannt, wodurch es einen unschlagbaren Vorteil bei der Jobsuche bietet. In diesem Artikel kommen Mitarbeiter und Gründer zu Wort, in deren Unternehmen nicht mehr als 6 Stunden pro Tag gearbeitet wird. Sehr interessant und nachahmenswert, wie ich finde.
Feierabend um 15 Uhr? Der Abschied vom Acht-Stunden-Tag.

|| Die Themen Ausgrenzung, Rassismus und Vorurteile gegenüber dem Islam beschäftigen mich immer wieder. Gerade wenn im Bekanntenkreis eine hitzige Debatte entbrennt, lässt mich das lange Zeit nicht los. Ein Artikel, der sehr stark und interessant ist, stammt vom Psychologen und Streetworker Ahmad Mansour. Er setzt sich kritisch mit seiner Religion, dem Islam auseinander und fordert eine tabufreie Debatte. Der Beitrag regt zum Nachdenken an und sollte auf jeden Fall gelesen werden.
Wir sind nicht eure Kuscheltiere.

|| Beendet habe ich diese Woche „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante. Es hat mir sehr gut gefallen und eine Rezension wird folgen.

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|| Neu angefangen habe ich „The Girls“ von Emma Cline. Der Roman lag schon viel zu lange auf meinem SUB. Ich bin sofort tief in die Geschichte eingetaucht und schon jetzt, nach noch nicht mal der Hälfte, sehr begeistert. Mal schauen, wie sich das noch entwickelt.

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Gehört |

|| Kaleo – Way down we go

|| Lorde – Green Light

|| Alice Merton – No Roots

Gesehen |

|| Schon vor einigen Jahren, aber aktuell wieder für mich entdeckt: NEW GIRL! Diese Serie ist einfach so witzig und herzerwärmend. Ich liebe jede einzelne Figur mit ihren besonderen Eigenarten und die Serie lebt einfach von Situationskomik. Zudem sind die kurzen Folgen von ca. 20 Minuten ideal, um zwischendurch kurz abzuschalten. Leider verleitet das aber auch zu Binge Watching…

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|| Trotz einiger Schwächen kann ich nicht aufhören BLACKLIST zu schauen. Wir haben die Serie auf Empfehlung von Freunden angefangen und waren zunächst gar nicht überzeugt. Vor allem mit der weiblichen Hauptfigur konnte ich erst gar nicht warm werden. Sie ist teilweise doch sehr naiv und anstrengend. Zudem gibt es in der Serie immer wieder Situationen, in denen man die Handlung der Figuren nicht ganz nachvollziehen kann und die Logik etwas auf der Strecke bleibt. Manches wirkt arg konstruiert und vorhersehbar. Ich gebe einer neuen Serie aber meist eine Staffel, bevor ich mich endgültig gegen sie entscheide und Blacklist hat mich, trotz aller Schwächen, in ihren Bann geschlagen. Die Story an sich ist nämlich sehr rasant und spannend und James Spader als Reddington weiß zu überzeugen.
Kurzer Plot: Jahrzehntelang zählte der ehemalige Regierungsagent Raymond Reddington zu den meistgesuchten Verbrechern der USA. Aus unerfindlichen Gründen stellt er sich plötzlich dem FBI und unterbreitet folgendes Angebot: Er hilft, die größten Schwerverbrecher der Welt zu schnappen, wenn er im Gegenzug ausschließlich mit Elizabeth Keen, einer frischgebackenen FBI-Profilerin, zusammenarbeiten darf.

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Entdeckt |

Lange habe ich die Evil Eye Ohrringe von Delfina Delettrez angeschmachtet, aber sie entsprechen einfach nicht meinem Budget. Jetzt habe ich diese hier von evesjewl.com entdeckt und sie erscheinen mir ein guter Kompromiss. Nicht nur wunderschön, sondern auch handgearbeitet in Österreich und jedes Stück ein Unikat.

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Was habt ihr diese Woche zu empfehlen?